Die Geschichte der Familie Rouf
Die Geschichte der Familie R.
Stand: 18. Oktober 2026
Freitag, 16. Oktober 2026, 5:45 Uhr: Mitarbeitende der Ausländerbehörde Leverkusen und der Zentralen Ausländerbehörde brechen die Wohnungstür der Familie R. in Leverkusen-Opladen auf. Alle schlafen noch. Die Familie darf nur das Nötigste einpacken, die Schulranzen für den letzten Schultag vor den Herbstferien bleiben im Flur stehen.
Wenige Stunden später sitzen der Vater M. und seine 19-jährige Tochter R. im Flugzeug nach Sri Lanka. M. ist schwer herzkrank. Die Mutter C. und die jüngsten Kinder (13, 7 und 6 Jahre) sind noch in Leverkusen. Der 15-jährige Sohn war an diesem Morgen mit seiner Klasse auf Klassenfahrt in Berlin. Seitdem ist die Familie auseinandergerissen.
Wer die Familie R. ist
Die Familie gehört in Sri Lanka zur tamilisch-muslimischen Minderheit. 2018 floh sie nach einem Brandanschlag nach Deutschland. Seitdem hat sie getan, was von ihr verlangt wurde:
- Der Vater arbeitete Vollzeit.
- Die älteste Tochter besuchte ein Gymnasium in Köln und wollte nächstes Jahr ihr Abitur machen. Sobald sie eine Arbeitserlaubnis erhält, könnte sie sofort eine Ausbildung beginnen.
- Der 15-jährige Sohn ist in der Schülervertretung seiner Realschule aktiv und möchte Koch werden.
- Zwei der fünf Kinder sind in Deutschland geboren.
Lehrkräfte, Mitschülerinnen und Mitschüler, Kirchengemeinden und Ehrenamtliche stehen hinter der Familie.
Wie die Familie ihr Bleiberecht verlor
Nach mehr als sechs Jahren erfüllte die Familie die Voraussetzungen für ein Bleiberecht nach §§ 25a und 25b Aufenthaltsgesetz. Statt es zu erteilen, entzog die Ausländerbehörde den Eltern im November 2025 die Duldung. Ein Jahr lang erhielten sie stattdessen zwölfmal eine „Bescheinigung über den vorübergehenden Aufenthalt“, ein sogenanntes Fantasiepapier.
Für dieses Papier gibt es in Nordrhein-Westfalen keine Rechtsgrundlage. Seine Folgen waren dennoch real:
- Ohne Duldung fiel die Familie aus den Bleiberechtsregelungen heraus.
- Beide Eltern verloren ihre Arbeitserlaubnis und damit ihre Stellen.
- Seitdem zahlt die Stadt rund 4.569 Euro Sozialleistungen im Monat. Mit Bleiberecht hätte die Familie selbst für sich sorgen können.
Warum die Abschiebung nicht hätte passieren dürfen
Die Härtefallkommission des Landes NRW hatte empfohlen, der Familie eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen. Die Stadt Leverkusen ist dieser Empfehlung nicht gefolgt. Der Petitionsausschuss des Landtags hatte noch nicht entschieden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Jochen Ott, nennt das Vorgehen eine Missachtung des Parlaments und will die Umstände aufklären lassen.
Was wir fordern
- Keine weitere Abschiebung der Mutter und der Kinder.
- Die Rückkehr von Vater und Tochter.
- Bleiberecht und Arbeitserlaubnis für die ganze Familie, damit die Eltern wieder arbeiten und die Tochter ihre Ausbildung beginnen kann.
- Ein Ende der Fantasiepapiere in Leverkusen.
Was Ihr tun könnt
Petition unterschreiben: https://c.org/qT7qPNrTX2
Für die Familie spenden: https://www.gofundme.com/f/hilfe-fur-familie-rouf-gemeinsam-gegen-die-abschiebung
Dossier Fantasiepapiere: https://ag-bleiben.de/dossier-fantasiepapiere-statt-duldung/
Medienberichte:
WDR:
https://www1.wdr.de/nrw/rheinland/leverkusen/familie-abgeschoben-srilanka-fluechtling-polizei-blaulicht-leverkusen-koeln-100.html
Kölner Stadtanzeiger:
https://www.ksta.de/region/leverkusen/stadt-leverkusen/abschiebung-trotz-integration-vater-und-tochter-in-sri-lanka-mutter-und-vier-kinder-in-leverkusen-1398057
Kölner Stadtanzeiger:
https://www.ksta.de/politik/nrw-politik/integration-auslaenderamt-schiebt-familie-aus-sri-lanka-ab-1397667
Radio Leverkusen:
https://www.radioleverkusen.de/artikel/abschiebung-einer-familie-aus-leverkusen-bringt-diskussionen-2783246
Kölner Stadtanzeiger:
https://www.ksta.de/koeln/migration-18-jaehrige-aus-koeln-soll-kurz-vor-dem-abi-abgeschoben-werden-1303953
Solidaritätsdemonstration am 16.10.2026, Köln-Friesenplatz


























