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AG Bleiben · Köln

Situation Familie Jirjis

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Die Geschichte der Familie Jirjis
Stand: 21. Oktober 2026


Im April 2026 sollte Familie Jirjis abgeschoben werden. Die Ausländerbehörde
Leverkusen hatte die Rückführung in den Irak bereits vorbereitet. Dass die
sechsköpfige Familie heute noch in Leverkusen lebt, hat nur einen Grund: Nach Begin
des Iran-Kriegs war der irakische Luftraum gesperrt.
Seitdem stehen in der Wohnung die Koffer gepackt. Jeden Morgen kann es so weit
sein. Am 10. September 2026 lehnte das Verwaltungsgericht Köln den letzten Eilantrag
der Familie ab. Ihre Duldung läuft am 23. Oktober 2026 aus. Am 20. Oktober hat die
Familie einen Härtefallantrag beim Land NRW gestellt. Nur wenige Tage zuvor, am 16.
Oktober, hat dieselbe Ausländerbehörde den Vater und eine Tochter der Familie Rouf
nach Sri Lanka abgeschoben.


Wer die Familie Jirjis ist
Khairi Jirjis Sultan Sultan und Nuora Adel Sultan Alzawi sind im Frühjahr 2019 mit ihren
vier Kindern aus dem Irak nach Deutschland geflohen. Khairi hatte im Irak in einer
Ölfirma gearbeitet. Eine Miliz erpresste deshalb Schutzgeld von der Familie. Als sie
floh, wurde nach Angaben der Familie Khairis Vater ermordet. Die Miliz fragt bis heute
bei den Nachbarn nach, ob die Familie zurückkommt.

  • Khairi (47) hat in Deutschland von Anfang an gearbeitet: als Pizzakoch, bei
    Amazon und bei REWE Transport. Lange hat er mehr als die Hälfte des
    Lebensunterhalts seiner Familie selbst verdient. Er hat Deutsch auf B1-Niveau
    gelernt und den Einbürgerungstest bestanden. Ein Arbeitsvertrag als
    Gerüstbauer bei einer Leverkusener Firma liegt vor.
  • Nuora (38) hat einen Integrationskurs abgeschlossen und die Sprachprüfungen
    A1 und A2 bestanden. Sie möchte B1 machen und arbeiten.
  • Asinat, Rawan, Razan und Lojeen besuchen alle die Realschule am Stadtpark.
    Asinat macht in diesem Schuljahr ihren Abschluss und möchte danach Abitur
    machen. Razan war im vergangenen Schuljahr Klassensprecherin. Ihre
    Lehrerinnen beschreiben die Kinder als hilfsbereit, engagiert und fest in ihre
    Klassen eingebunden. Arabisch können sie kaum lesen oder schreiben.
  • Nachbarn und Freund*innen kennen die Familie seit über sieben Jahren. Sie
    haben sich in persönlichen Schreiben für sie eingesetzt.


    Wie die Familie ihr Bleiberecht verlor

    Bis November 2023 hatte die Familie eine Aufenthaltsgestattung, danach eine Duldung.
    Im Januar 2025 verlängerte die Ausländerbehörde Leverkusen die Duldung nicht mehr.
    Stattdessen gab sie der Familie nur noch „Bescheinigungen über den vorübergehenden
    Aufenthalt“, sogenannte Fantasiepapiere. Die Folgen:
  • Khairi verlor seine Arbeitserlaubnis und damit seinen Job. Seitdem lebt die
    Familie von Sozialleistungen, obwohl Khairi arbeiten will.
  • Nuora konnte ihren B1-Sprachkurs nicht mehr besuchen.

Die sogenannte Duldungskette riss ab. Genau diese durchgehenden Duldungszeiten verlangt das Gesetz für ein Bleiberecht gut integrierter Jugendlicher und Familien (§§ 25a und 25b AufenthG). Mit dieser Lücke begründete das Verwaltungsgericht Köln im September 2026 seine Ablehnung. Seit Anfang 2025 wechseln kurze Duldungen und Fantasiepapiere einander ab. Die ständige Angst hat bei Nuora inzwischen starke körperliche Beschwerden ausgelöst.


Warum die Abschiebung nicht passieren darf


Einem Bleiberecht nach §§ 25a und 25b AufenthG stehen vor allem Hürden im Weg,
die die Ausländerbehörde selbst geschaffen hat. Eine ist die unterbrochene
Duldungskette, verursacht durch die Fantasiepapiere. Eine andere ist der fehlende
Lebensunterhalt, dabei liegt Khairis Arbeitsvertrag längst vor. Er darf ihn nur nicht
antreten, weil die Behörde es nicht erlaubt.
Vor allem aber wären die drei Töchter im Irak in Gefahr. Sie sind in Deutschland
aufgewachsen, tragen kein Kopftuch und wollen selbst über Bildung und Leben
entscheiden. Mädchen und Frauen, die so leben, drohen im Irak Druck, Gewalt und
Zwangsverheiratung. Das dokumentieren UNICEF und die Vereinten Nationen. Das
Auswärtige Amt warnt weiterhin vor Reisen in den Irak. Und über den Härtefallantrag
der Familie hat das Land NRW noch nicht entschieden.


Was wir fordern

  • Keine Abschiebung der Familie Jirjis.
  • Ein Bleiberecht für alle sechs Familienmitglieder.
  • Sofort eine Arbeitserlaubnis für Khairi, damit er als Gerüstbauer anfangen und
    seine Familie selbst versorgen kann.
  • Schluss mit den Fantasiepapieren in Leverkusen: Die Ausländerbehörde soll
    Bleibewege öffnen, statt sie zu verbauen.
  • Was Ihr tun könnt
    Bleiberecht ermöglichen – jetzt aktiv werden!
  • Die Duldung der Familie läuft am 23. Oktober aus, es zählt jeder Tag.

Was ihr tun könnt

Petition unterschreiben: https://innn.it/familie-jirjis-muss-bleiben-2

Bleiberecht ermöglichen – jetzt aktiv werden!

Die Duldung der Familie läuft am 23. Oktober aus, es zählt jeder Tag. Mit wenigen Klicks kannst du eine E-Mail an die politisch Verantwortlichen in Leverkusen schicken und dich für Familie Jirjis einsetzen.

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Presseberichte

25.10.2026 | WDR – Westpol (Fernsehbeitrag, 11 Minuten)

Abschiebung – Müssen die Falschen wieder gehen?